Heidenheimer
Zeitung
5.3.2018

Heidenheimer
Zeitung
5.3.2018
HZ 24.02.18

Am Wochenende berichtete die Heidenheimer Zeitung über unser Schulprojekt und die Drohnen AG auf einer Doppelseite. Da sich diese hier nicht abbilden läßt, habe ich den Text der On-line Ausgabe entnommen :

In der Turnhalle fliegen lernen

 

Vom Boden abheben. Auf zwei Metern Höhe dreht sich das Blickfeld einmal im Kreis. Dann geht es richtig ab. Knapp eine Handbreit über den Hallenboden schießen. Dann geht es hoch an die Decke und gleich wieder runter. Bei einer scharfen Kurve neigt sich der Oberkörper des Drohnenfliegers mit. Einmal durch das rote Tor in der Mitte der Halle fliegen, dann schnell rückwärts und das gleiche nochmal. Als die Drohne hart landet, fährt für einen Moment der Schreck in alle Glieder.

Dann die Erleichterung: Man kann die FPV-Brille einfach absetzen und schlägt nicht mit der Drohne auf den Boden auf. FPV steht für First Person View und bedeutet, dass direkt aus der Sicht der Drohne selbst geflogen werden kann. Die Drohne hat ein Auge, eine Kamera, auf der Vorderseite. Diese überträgt in Echtzeit Filmmaterial an eine Videobrille mit kleinen Bildschirmen vor den Augen. Die Schüler setzten die Brille auf. Einer lenkt die Drohne mit einer Fernbedienung, aber das fliegen erleben kann jeder mit einer FPV-Brille, die auf den richtigen Kanal eingestellt ist. Zumindest visuell.

Werden die Drohnen hier nur zum Spaß durch die Halle gelenkt? „Das hat alles Trainingscharakter. Seit den letzten AG-Stunden lernen wir den Tordurchflug. Das muss irgendwann ohne zu überlegen funktionieren“, sagt Lehrer Matthias Möbius. Er leitet die Drohnen-Racing-AG am Max-PlanckGymnasium in Heidenheim. Die 12 Teilnehmer im Alter von 11 bis 15 Jahren treffen sich mit ihm jeden Montag in der MPG-Halle. Das Ganze macht die Truppe nicht nur zum Spaß, sondern auch um sich auf Wettbewerbe vorzubereiten. Dafür müssen sie fit sein. Die Drohnen schaffen immerhin 50 Kilometer pro Stunde und fordern so eine schnelle Reaktion von den Piloten.

„Die neuen Drohnen haben wir als Bausatz bekommen und selber zusammengebaut. Mit der richtigen Software kann man die Drohnen dann einstellen“, erklärt Tobias Reichert. Den Zehntklässler fasziniert nicht nur das fliegen, sondern auch die technische Seite sehr. „Es gibt ja nicht nur den Sport mit den Drohnen. Man könnte auch Pakete liefern oder Pestizide in der Landwirtschaft versprühen“, betont Nicolas Maiwald die Vielseitigkeit seines Sportgerätes. Er ist 13 Jahre alt. Die jüngsten elf. Erik Busch und das einzige Mädchen der Truppe, Lina Oltrogge, sind in der sechsten Klasse und kommen beide aus Zang. „Man kann hier viel freier fliegen, als zuhause. Ich hatte mal eine kleine Drohne, aber in der Turnhalle ist viel mehr Platz“, schwärmt Erik von der AG.

Die Drohnen wurden dem Max-Planck-Gymnasium gesponsert im Rahmen des Projekts Schule-Verein des Kultusministeriums. Die Schule arbeitete dazu mit der Modellfluggruppe Ostalb zusammen, die die Drohnen und die AG ermöglichten. Zusammen mit den Heidenheimern wurde das SchubartGymnasium in Aalen gefördert. Gegen die AG aus Aalen fand bereits im Dezember ein Wettkampf statt. In diesem flogen die AG-Teilnehmer noch auf Sicht und nicht mit der FPV-Brille. Die Gewinner bekamen kleine Drohnen geschenkt. „ich habe den dritten Platz gemacht. Das war schon ziemlich cool“, sagt Nicolas. Der Achtklässler ist begeistert von den kleinen Fluggeräten. Den Gesamtsieg holte sich Julian Wankmiller vom MPG.

„Am 3. März kommt das Team aus Aalen zu uns in die Halle für einen zweiten Wettbewerb“, sagt Möbius. Er ist selbst seit Jahren Mitglied in der Modellfluggruppe Ostalb. Drohnen fliegt er erst seit zirka zwei Jahren, ist aber überzeugt von der neuen Sportart. Seit Anfang dieses Jahres ist das Drohnen-Racing auch als Sportart anerkannt. In kurzer Zeit schaffte es der Trendsport viele Anhänger zu bekommen.

Große Wettbewerbe wurden bereits ausgetragen in Metropolen überall auf der Erde. 2017 veranstaltete die Drone Racing League Wettkämpfe in Miami, Atlanta, London und auch München. Im Juni vergangenen Jahres fand in Paris das Drone Festival statt. Von der Teilnahme an diesen Veranstaltungen sind die Heidenheimer Schüler noch weit entfernt, aber im Sommer wollen die Drohnenflieger vom MPG die baden-württembergischen Meisterschaften ausrichten. Man müsse dem Sport und den Sportlern eine Plattform bieten, sagt Möbius und deshalb erste Wettbewerbe selbst anbieten.

„Wir freuen uns schon auf den nächsten Wettbewerb hier am MPG“, verrät Lina. „Wir hoffen, dass es noch mehrere Wettkämpfe geben wird“, sagt die 11-Jährige. Zumindest für den nächsten Wettbewerb gegen die Aalener braucht es nicht viel: „Wir bauen einfach die Tore und Hindernisse auf, wie für das Training auch“, sagt Lehrer Möbius.

Auch Nicolas freut sich auf weitere Wettkämpfe. Aber was sagen eigentlich seine Freunde dazu? „Immer wieder kommt jemand mit, um sich die AG anzuschauen. So bekannt ist es aber auch an der Schule noch nicht. Das ist jetzt kein großes Thema“, sagt der 13-Jährige. Wer sich interessiert, erkenne das Drohnen Racing auch als Sport an. Der Rest habe keine Meinung.

Drohnenfliegen kann eigentlich jeder. Viele Teilnehmer der AG haben vorher noch keine Erfahrungen mit Drohnen oder dem Modellflug gemacht und erst in der AG angefangen. Andere Sportarten fordern eine gute Ausdauer oder Kraft. Beim Drohnen-Racing sollte man vor allem Interesse an der Technik mitbringen. Dann sind keine Grenzen gesetzt. Man kann sich stetig steigern und durch Training seine Reaktionen schulen. Als Sport habe das Drohnenfliegen deshalb auch Zukunft, meint Möbius.

„Der Hype um die Drohnen wird in zwei Jahren wieder stark nachlassen. Der Sport wird aber erhalten bleiben“, ist er sich sicher. Mit „Hype“ um die Drohnen meint der Lehrer die Begeisterung, die seit einiger Zeit von vielen für die Möglichkeiten der geräuschlosen Flieger aufgebracht wird: die unzähligen Amateurvideos auf Youtube und Facebook, die billigen Drohnen in der Spielwarenabteilung und die privaten Ausspähaktionen. Solchem, teilweise unverantwortlichem, Umgang mit Drohnen, soll die AG unteranderem vorbeugen. „Das ist ein wichtiger Punkt. Die Schüler lernen hier auch den richtigen Bezug zu den Drohnen und dem Sport“, sagt Möbius und weist auf die Gefahr hin: „Im Seniorenbereich fliegen die Geräte 90 Stundenkilometer und sind deutlich schwerer. Das sind dann Waffen die herumfliegen.“

Text: Patrick Vetter

Amtsblatt
26.01.2018
Schwäpo,
12.12.2017
Schwäpo
01.08.2017

Schwäpo
04.07.2017
Schwäpo
01.09.2016

Schwäbische.de
On-Line-Ausgabe
25.07.2016

Aalener Nachrichten 16.07.2016
Schwäpo
14.07.2016
Schwäpo
23.09.2015
Aalener Nachrichten vom 3.09.2015
Schwäbische Post
vom 4.08.2015
Ipf - und Jagst - Zeitung / Aalener Nachrichten vom 24.7.2015
Neresheimer Amtsblatt
23. Januar 2015
Amtsblatt
Schwäbische Post vom 20. Januar 2015 Schwaepo
Aalener Nachrichten
Januar 2015
Schwäbische Post
09.09.2014
Ferienfliegen
Schwaepo_09_09_15
Schwäbische Post
27.Mai 2014
Behinderte1
  Behinderte2
Schwäpo
27.07.2013