Berge von unten, ....

 

... Museen von außen und Kneipen von innen. Eigentlich mein Wahlspruch und das vieler Artgenossen. Aber jede Regel hat bekanntlich seine Ausnahme. Und diese war heute Nachmittag.

Helmut hatte einen Besuch in der privaten  Flugzeugsammlung von Karl Grimminger organisiert und wir wurden sehr sachkundig von Paul Ehrhard durch die Exponate geführt.

Einziger Wermutstropfen des Nachmittags, G2 und Maskenpflicht, aber das ist zur Zeit gutes Recht eines Gastgebers.

Neben  Vereinsmitgliedern hatten sich auch eine ganze Reihe an interessierten Frauen und Enkel eingefunden, so dass die Gruppe stolze 20 Personen umfasste.

Es wurde ein toller Nachmittag. Man spürte, dass Paul in allen Maschinen selbst am Steuer gesessen hatte und zu jeder Maschine ein persönliches Verhältnis besaß. Und so konnte man sich bei seinen Ausführungen fast in den Bombenschützen hineinversetzen, der liegend im Bug der Maschine seinen Job machte oder in den 18 jährigen Piloten, der in die gewaltige Hawker Hurricane stieg um den Kampf gegen eine ME 109 aufzunehmen.

Nein, wir verherrlichen keine Kriegsmaschinen. So war damals die Zeit und das hier sind stumme Zeitzeugen, so Paul zu diesem Thema.

Und dann zeugte uns Paul "das" Flugzeug, sein Flugzeug, eine Zlin 256 AFS, mit der er jahrelang geflogen ist und auch heute noch fliegt, obwohl es mittlerweile in das Eigentum der Sammlung übergegangen ist. Gegen eine Hurricane fast ein Winzling, aber ein Flugzeug mit einer sehr interessanten Geschichte. Gebaut 1968 sieht es aus, als wäre es gerade gefertigt worden, aber das geht allen Maschinen in dieser Halle so - klinisch rein.

Zum Schluss ein Blick in die Werkstatt. Ich glaube jeder von uns hätte sofort mit den Monteuren getauscht, wenn wir nicht schon fast alle Rentner wären.

In der Mitte stand der Rumpf einer Bleriot, bei der man sich in den Film "Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten" hineinversetzt denken konnte.

Ein toller Nachmittag, den ich nicht missen möchte. Berge von unten gilt ja trotzdem weiter und über das mit der Kneipe schweigen wir lieber, es könnten Jugendliche diesen Beitrag lesen.